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  • Book
  • German(Deutsch)

피어라 돼지

  • Author
  • Country
    Republic of Korea
  • Publisher
  • Published Year
    2016
  • Genre
    Korean literature - Contemporary poetry - Anthology of Contemporary Poetry

Title/Author/Genre

  •  

    Title: Blühe, Schwein

    Author: Kim Hyesoon

    Genre: 810, 811, 811.82

     

    LTI Korea staff: Hanmil Cho (hanmil@klti.or.kr / +82-2-6919-7745)

Description

  • About the book

    Zum Werk: Blühe, Schwein

    Blühe, Schwein (im Original: P’iŏra twaeji) ist der insgesamt elfte Gedichtband der südkoreanischen Lyrikerin Kim Hyesoon.

    Kim Hyesoon setzt sich in Blühe, Schwein in kritischer Weise mit der Grausamkeit der verrohten zeitgenössischen Gesellschaft auseinander, die aus Egoismus und Gewalt entsteht. Für ihre Gedichte in Teilen dieses Bandes bedient sich Kim Hyesoon einer besonderen literarischen Vorgehensweise, schreibt sie doch aus der Perspektive eines Schweins. Vielschichtig ist dieses Schwein, denn es wandelt zwischen Fantasie und Realität, wobei es der Stimme der Schwächsten – insbesondere der der Frauen – Ausdruck verleiht.

    Blühe, Schwein hat seinen Ursprung im Jahre 2011, einer Zeit, als die Maul- und Klauenseuche in Südkorea grassierte und während derer die südkoreanische Bevölkerung dem auf allen Nachrichtenkanälen live übertragenen Massensterben von Abermillionen Schweinen, die in bestialischer Weise zum Teil bei lebendigem Leibe begraben wurden, beiwohnen musste. Der erste Teil des vorliegenden Gedichtbandes, welcher den Titel „Ist in Ordnung, denn ich bin ein Schwein“ trägt und aus einer Serie von fünfzehn Gedichten besteht, behandelt in teilweise blutiger, erschütternder poetischer Sprache eben diesen, jegliche Vorstellungkraft übersteigenden, nahezu grotesk anmutenden „Schweine-Holocaust“, der sich in Südkorea ereignete. Durch die Verflechtung von Themen wie Körperlichkeit, Tod, Macht, Weiblichkeit, Erlösung und Entblößung, zielt Kim Hyesoon auf die Darstellung und Verhandlung einer kaum zu ertragenden Lebenswirklichkeit ab. Beginnend mit dem einleitenden Gedicht „Ein Schwein spricht“, veranlasst uns das lyrische Ich fortwährend dazu, Reflektionen über unsere Gefühlswelt und unser alltägliches Leben anzustellen. Jedes einzelne Wort, jede einzelne Zeile dieser Gedichte sind erfüllt von tiefer intellektueller, symbolträchtiger Metaphorik, wodurch sie enorme Wirkkraft entwickeln. Das Schwein,  das tagein tagaus in Schmutzwasser und Schlamm aus dem Schlaf erwacht, ist niemals frei von seinem „von wabbeliger Trauer verfettetem Körper“. Dies ist der Grund, warum die Erzählerin – eine Erzählerin, die sich das Meditieren vor einer Wand, bei der ihr eingebläut wird, sie solle sich vom Schwein lösen, selbst nicht zu eigen machen kann – gar nicht anders kann, als einen Zustand aus Trauer und Sorge wieder und wieder zu durchleben.

    Durch das Angelangen bei „den Schweinen Koreas, die nicht wissen, dass sie Schweine sind“, bis sie selbst bei lebendigem Leibe in eine Grube geworfen werden, verliert eine strikte Unterscheidung zwischen den Entitäten „Schwein / Ich / Du / Mensch“ ihren Sinn. Sind sie doch bereits in einer Zeit angekommen, die sie sich einst als „Dokumentarfilm in ferner Zukunft“ vorstellten, einer Zeit, in der sich eine wüste menschliche Gesellschaft, in der bloß prügeln und verprügelt werden, verlassen und verlassen werden, fressen und gefressen werden zählen, längst manifestiert hat.

    Bei einer Auseinandersetzung mit dem Schwein, das vom Menschen bis zur Unkenntlichkeit entstellt, entseelt, geschlagen und zerfetzt wird, liegt ferner eine Übertragung der Problematik auf die Situation der Frau in Südkorea, die ebenfalls Gewalt, Ausbeutung und Zerstörung durch den Mann ausgesetzt ist, auf der Hand. Die Gedichte in „Ist in Ordnung, denn ich bin ein Schwein“ werfen unweigerlich Fragen hinsichtlich der Lage der Frauen im heutigen Südkorea auf, und drängen den Leser zu einer Beschäftigung mit der (Opfer-)Rolle der Frau in der südkoreanischen Gesellschaft, die aus einem in rücksichtsloser Industrialisierung und Turbokapitalismus tief verwurzelten Patriarchat erwächst.

    In „Die Schrift hat Schmerzen“ (im Original: Kŭlssi-ga ap’ŭda), dem zweiten Teil des Gedichtbandes, nutzt die Dichterin spezifische Symbole – Talismane, Grabreden, Prophezeiungen, Jahrestage, Allegorien, Tiere (rosa Elefanten, Fliegen, Ratten oder Wale) und Ähnliches – um die Schweine, die durch den Egoismus und die Missetaten der Menschen ihrem grausamen Ende entgegengetrieben werden, bevor sie als Schweine wiederauferstehen, darzustellen.  

    Der dritte Teil, „Ein Tanz genannt Tanz“ (im Original: Ch’umiran ch’um), zeichnet in lebendiger Form die mannigfaltigen Erscheinungen des Schweins nach, das all die Schwachen der Welt, Tod und Wiedergeburt, Liebe und Gier, Natur und Verzehr verkörpert.

     „Einzelzelle“ (im Original: Irinyong kamok), der finale Teil des Gedichtbandes, beschreibt den Prozess der Wiederauferstehung der Schweine – einen Vorgang, bei dem die Schweine durch den Tanz mit Tod, Trauer und Sorge, durch Aufstieg, Zirkulation und Transformation wie aufblühende rote Rosen als das eigene Selbst wiedergeboren werden.

    So konstituiert der Gedichtband Blühe, Schwein selbst ein Gedicht, in dem Geschichten über Leben und Tod in sämtlicher Weise enthalten sind, und er kann als Kontemplation über alle Dinge verstanden werden

    About the author

    Zur Autorin: Kim Hyesoon

    Kim Hyesoon, geboren 1955 in Uljin, ist Literaturwissenschaftlerin und eine der bedeutendsten, einflussreichsten und innovativsten zeitgenössischen südkoreanischen Dichterinnen. Sie debütierte im Jahr 1979 mit Die rauchende Leiche (im Original: Tambae p’iunŭn sich’e), das neben vier weiteren Gedichten im Literaturjournal Munhak-kwa chisang erschien. Neben dem hier in Übersetzung vorliegenden Werk Blühe Schwein, veröffentlichte sie zahlreiche Gedichtbände, darunter Abermals auf einem anderen Stern (Originaltitel: Tto tarŭn pyŏr-esŏ), Die Vogelscheuche, die mein Vater aufstellte (Originaltitel: Abŏji-ga seun hŏsuabi), Das Gefängnis eines Sterns (Originaltitel: Ŏnŭ pyŏr-ŭi chiok), Unser Negativ (Originaltitel: Uridŭr-ŭi ŭmhwa), Meine Upanishaden, Seoul (Originaltitel: Na-ŭi up’anisyadŭ, sŏul), Bemitleidenswerte Liebesmaschine (Originaltitel: Pulssanghan sarang kigye), Ein Glas roter Spiegel (Originaltitel: Han chan-ŭi pulgŭn kŏul), Trauerzahnpasta Spiegelcrème (Originaltitel: Sŭlp’ŭmch’iyak kŏulk’ŭrim), und Autobiographie des Todes (Originaltitel: Chugŭm-ŭi chasŏjŏn).

    Kim Hyesoon wurde in Südkorea mit zahlreichen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. So erhielt sie den Kim Suyŏng Literaturpreis (1997), den Hyŏndaesi Lyrikpreis (2000), den Literaturpreis der Stadt Seoul (2000), den Midang Literaturpreis (2006), sowie den Taesan Literaturpreis (2008).

    Zurzeit ist Kim Hyesoon Professorin im Studiengang „Creative Writing“ am Seoul Institute of the Arts.

    Als repräsentativste Lyrikerin Südkoreas hielt sie auf Einladung Lesungen auf allen wichtigen Literatur- und Buchmessen der Welt. Im Jahre 2012 vertrat sie die Region Asien bei dem bedeutenden Lyrikfestival The Poetry Parnassus im Londoner Southbank Centre. 2018 nahm sie auf Einladung der japanisch-deutschen Autorin Yōko Tawada an dem Festival für Weltliteratur Poetica in Köln teil.

    Zahlreiche der lyrischen und literaturtheoretischen Werke Kim Hyesoons sind bereits in englischer und französischer Übersetzung erschienen. Zu den englischsprachigen Publikationen gehören: When the Plug gets Unplugged (Tinfish, 2005), Anxiety of Words (Zephyr, 2006), Mommy must be a Fountain of Feathers (Action Books, 2008), All the Garbage in the World, Unite! (Action Books, 2011), Sorrowtoothpaste Mirrorcream (Action Books, 2014), I’m OK, I’m Pig! (Bloodaxe Books Ltd., 2014) oder Poor Love Machine (Action Books, 2016). Französischsprachige Übersetzungen umfassen: Ordures de tout les pays, unissez-vous (Les éditions Circé, 2011), Dentifricetristesse crèmemiroi (Les éditions Circé, 2016), und Un verre de miroir rouge (Decrescenzo éditeurs, 2016).

    In deutscher Sprache erschienen 2002 ausgewählte Gedichte von ihr unter dem Titel Die Frau im Wolkenschloss. Gedichte im Bielefelder Pendragon Verlag. Ferner finden sich drei Gedichte Kim Hyesoons in: Wind und Gras (Deutscher Taschenbuch Verlag, 2005). 

    About the translators

    Zum Übersetzer: Dr. Dennis Würthner

    Dr. Dennis Würthner, geboren 1981 in Haan, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Sektion Sprache und Kultur Koreas der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Literatur und Geschichte Koreas sowie der Wissens- und Literaturtransfer in Ostasien in der Vormoderne und Moderne. Die aktive Rezeption und kreative Transformation von Texten und Genres bearbeitete er im Rahmen seiner Dissertation, die er unter dem Titel A Study of Hypertexts of Kuunmong, focusing on Kuullu/Kuun’gi. Nine Clouds in Motion (Verlag Peter Lang, 2017) zu Hypertexten des koreanischen Klassikers Kuunmong (Neun Wolken Traum) aus dem 19. Jahrhundert verfasste.

    Seit vielen Jahren widmet sich Dr. Würthner mit großer Hingabe dem Übersetzen sowohl vormoderner als auch zeitgenössischer koreanischer Literatur. So übersetzte er narrative Werke des dreizehnten und fünfzehnten Jahrhunderts, brachte jedoch auch zahlreiche Werke der zeitgenössischen südkoreanischen Literatur ins Deutsche. Ferner lehrt er literarisches Übersetzen und Übersetzungstheorie in der Koreanistik der Ruhr-Universität Bochum.

     

    Ausgewählte Übersetzungen ins Deutsche:

    Hwang Chŏngŭn: „Der Junge“. In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 41, November 2006. 

    Ch'ŏn Unyŏng: „Der dritte Busen“. In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 42, Mai 2007.

    Kim Chunghyŏk: „Eskimo, hier ist das Ende” In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 43, November 2007.

    Kim Chunghyŏk: „3 Esstische, 3 Zigaretten“. In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 53, November 2012.

    Ch'oe Inhun: „Gefangen“. In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 64, Mai 2018.

     

    Übersetzungen ins Englische:

    Kim Sisŭp: Kŭmo sinhwa. New Tales of the Golden Turtle. Translation from Literary Chinese conducted under the auspices of the Academy of Korean Studies (AKS) and University of California at Los Angeles (UCLA) Korean Classics Library Project. Honolulu: The University of Hawaii Press, forthcoming 2019.

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