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Last des Lebens

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Was ist Kunst? Diese Frage scheint viele junge Autorinnen und Autoren umzutreiben, wenn sie ihren ersten Roman schreiben. Kenah Cusanit zum Beispiel, die gerade mit ihrem Roman "Babel" für den Leipziger Buchpreis nominiert wurde. Oder auch Denis Pfabe, der mit "Der Tag endet mit dem Licht", einen komplexen und komplizierten, sehr beachtlichen Roman über das Verhältnis von Kunst und Leben geschrieben hat. Offenbar ist einige Selbstreflexion nötig, um sich frei zu schreiben von dieser zermürbenden Frage nach den Möglichkeiten von Kunst und der kleinschrittigen Auseinandersetzung mit formalen Fragen. Genau das in frühen Werken zu beobachten, ist aber auch ein großer Genuss. Vermutlich sind manche Schreibende nie wieder so skrupulös wie am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn.

Auch die südkoreanische Autorin Han Kang hat so einen selbstreflexiven Kunst- und Künstlerroman geschrieben. Fünf Jahre vor ihrem internationalen Bestseller "Die Vegetarierin" und sogar zwölf Jahre vor dem großen Roman "Menschenwerk" erschien 2002 in Südkorea der Roman "Deine kalten Hände". Dieses Buch kann man jetzt in der deutschen Übersetzung von Han Kangs neuer Übersetzerin Kyong-Hae Flügel lesen. Bemerkenswert ist, das hier schon das Lebensthema eine Rolle spielt, das auch Kangs spätere Erfolgsromane prägt: Widerstand durch Lebensverweigerung.

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