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Title/Author/Genre

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    Title: Schneeweg Rights Sold

    Author: Yi Chong-Jun

    Genre: Prosa

     

    LTI Korea staff: Hanmil Cho (hanmil@klti.or.kr / +82-2-6919-7745)

     

    The copyright of this title has been sold. (Translation and publication supported by LTI Korea)

Description

  • About the book

     

    Das literarische Spektrum von Chong-Jun Yi (auch Cheong-Jun Lee) ist breit und vielfältig:

     

    Es umfasst thematisch die den Koreanern eigene Lebenswelt und Seelenlandschaft, die existenziellen Probleme, in die das Individuum und die Gesellschaft im Lauf der Modernisierung hineingeschleudert wurden – Entwurzelung, Heimatlosigkeit und Klassenkonflikte – sowie die Suche nach der Wahrheit, die sich im Konflikt zwischen Wirklichkeit und Ideal zeigt; der Autor entfaltete diese Themen in verschiedenen literarischen Formen – Roman, Erzählung und auch Märchen und Volkserzählung – mal schneidend scharf und ironisch, mal intellektuell philosophisch, aber auch oft einfühlsam und menschlich eindringlich, wie er es selbst erlebt und empfunden hat.

     

    Die Erzählsammlung 'Schneeweg" enthält außer dem Titelwerk 'Schneeweg", auch 'Lebendes Moor", 'Arirang an der Küste", 'Auch wenn der Vogel klagt", 'Übung zur Heimkehr", 'Die Abstraktion des Sommers", 'Papierdrachen" und 'Regenvogel", welche der Autor in seiner aktiven Schaffensperiode 1972-1985 verfasst hat. 'Schneeweg" (1977) gilt als meisterhafte Erzählung in der koreanischen Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Das Werk – seit langem eine Lieblingsgeschichte vieler Koreaner –ist nicht nur in die Schulbücher

     

    aufgenommen, sondern auch mehrfach verfilmt worden. Der Autor gestaltet in 'Schneeweg" ein autobiographisches Schlüsselerlebnis, das in seiner literarischen Welt tiefe Spuren hinterlassen hat – das Todeserlebnis (der Tod seines Vaters und Bruders), die Heimat und die Mutter, die er früh und in unglücklicher Weise verlassen musste.

     

    Der rote Faden, der sich durch alle Werke dieser Erzählsammlung zieht, ist die Heimat bzw. die Heimatlosigkeit, die ihrerseits eng mit der Gestalt der Mutter verbunden ist. Das ist ein zentrales Thema der literarischen Welt von Chong-Jun Yi. Bei allen Erzählungen des Bandes geht es in der Grundkonstellation und auch in den einzelnen Inhalten um Heimatlosigkeit und Heimkehr (und diese hängen immer mit dem Wesen der Mutter zusammen), jede einzelne Erzählung liest sich daher wie eine Variation desselben Themas.

     

    Heimat bedeutet für die Protagonisten Verwundung, Mangel oder Entbehrung und Demütigung, wogegen man sich zur Wehr setzen muss. Sie ist zugleich der Gegenstand der Sehnsucht und paradoxerweise das einzige Mittel, mit dem die Protagonisten ihre seelischen Wunden – in welcher Form auch immer – heilen können.

     

    Der Protagonist in 'Übung zur Heimkehr" sagt, als sein Freund ihm, der durch das Leben in Seoul krank geworden ist, die Heimkehr empfiehlt:

     

    'Ehrlich gesagt habe ich immer noch nicht gänzlich vergessen, was für ein Ort Dongbaekgol gewesen ist. Aber da ich diesem Ort zu lange ferngeblieben bin, will die Zeit, die ich vor langem dort verbracht habe, sich mir in verklärtem Licht zeigen, was mir nicht geheuer vorkommt. Sie will mich verblenden und verführen [...]. Vielleicht wäre es, denke ich mir, nicht schlecht, mich zumindest von einem Ort, wie zum Beispiel jenem Dongbaekgol, eine Weile täuschen zu lassen. Denn es hilft mir, wie du meinst, jenes höllische Leben in Seoul zu ertragen. [...]"

     

    Der Autor erforscht diese Thematik nicht nur im persönlichen Rahmen, am Beispiel einzelner Figuren, sondern auch in ihren gesellschaftlichen und epochalen Zusammenhängen. Viele Koreaner haben eine gemeinsame Geschichte: Sie haben in jüngerer Vergangenheit ihre Heimat verloren, durch die Teilung des Landes, durch den Krieg und auch durch den Einfluss der Modernisierung. Letztere prägte in existenzieller Weise ihre Lebens- und Denkweise. In diesem Fall symbolisiert Heimatlosigkeit den Verlust des Ursprungs, Entwurzelung und damit eine tiefe innere Unruhe und Angst.

     

    Haben wir, die wir im 21. Jahrhundert leben, eine Heimat, wo immer wir auch leben mögen?

    Und wie sieht diese Heimat aus und welche Bedeutung hat sie für uns?

    Finden wir in der Geschichte uns selbst?

    Auf jeden Fall geben uns die Erzählungen in diesem Band einen Anlass, über diese Frage nachzudenken…

     

    Rezension:

    Cheong-Jun Yi ist ein Vertreter der Literaten-Generation 'des 19. April", die den Weg für die moderne koreanische Prosa geebnet und auch die unmenschliche Macht-Gesellschaft im industriellen Zeitalter kritisiert hat. Die Erzählung 'Schneeweg" beschreibt den Urpsrung des Schriftstellers Chong-Jun Yi, daher maß der Autor selbst dieser Erzählung eine besondere Bedeutung bei. Die Mutter wartet in ihrem Haus, das bereits in fremde Hände übergegangen ist,auf ihren Sohn, der in einer Stadt die Schule besucht, um dort eine letzte Nacht mit ihm gemeinsam zu verbringen. Nachdem sie ihren Sohn auf dem verschneiten Weg zum Bus begleitet hat, kehrt die Mutter allein zurück, wobei sie in die Fußabdrücke tritt, die ihr Sohn hinterlassen hat. Die Geschichte der Mutter zeigt das Leid und die Trauer der Menschen, die ihre Wurzeln verloren haben" (Kyunghyang Shinmun). 

     

    About the author

     

    Chong-Jun YI (1939-2008)

     

    hat während seiner Schaffenszeit, die etwa 40 Jahre umfasste, zahlreiche Werke hinterlassen. Zu nennen wären die Romane 'Euer Paradies", 'Bitte kümmert euch um eure Untergebenen", 'Der tanzende Priester", 'Ungeschriebene Autobiographie", 'Die weißen Kleider", 'Die Trauerfeier", 'Die Zeit der Mythen", sowie die Erzählungen 'Lebendes Moor", 'Das geheime Feuerfest", 'Sŏpʼyŏngje" und 'Die Gerüchtemauer".

     

    Er war als Universitätsprofessor tätig und Mitglied der 'The National Academy of Arts of The Republic of Korea".

     

    Für seine literarische Tätigkeit und seine Verdienste wurden ihm zahlreiche renommierte Preise verliehen wie zum Beispiel der Tongin-Literaturpreis (1968), der Kultur- und Kunstpreis der RepublikKorea in der Kategorie Nachwuchsautoren (1969), der Yi-Sang-Literaturpreis (1978), der Literaturpreis der Republik Korea (1986), der Literaturpreis des 21. Jahrhunderts (1998), der Kunst- und Kulturpreis der Republik Korea (2004) und postum der Orden für kulturelle Verdienste in Gold (2008). 

     

    About the translators

     

    Young-Suk Chang:

    - Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg (Slavistik, Germanistik und Geschichte, M.A.)

    - Lehrtätigkeit an der Katholischen Universität in Daegu in Südkorea.

    - Deutsche Übersetzung des Romans von Wan-Seo Park 'War der Berg wirklich dort"(2015, EOS Verlag)

     

    Regine Nohejl:

    - Studium der Slavistik, Soziologie und Östlichen Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg (Dr. phil.)

    - Langjährige Lehr- und Forschungstätigkeit im Bereich der Slavistik an den Universitäten Tübingen und Freiburg (1985 bis heute)

    - Ko-Übersetzerin mit Young-Suk Chang bei der deutschen Übersetzung des Romans von Wan-Seo Park 'War der Berg wirklich dort"(2015, EOS Verlag)

     

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