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  • Book
  • German(Deutsch)

저녁의 구애

  • Author
  • Country
    Republic of Korea
  • Publisher
  • Published Year
    2011
  • Genre
    Literature - Korean literature - Contemporary fiction

Title/Author/Genre

  •  

    Title: Flirt am Abend

    Author: PYUN HYE YOUNG

    Genre: Belletristik/Kurzgeschichtensammlung (8 Geschichten)

     

    LTI Korea staff: Hanmil Cho (hanmil@klti.or.kr / +82-2-6919-7745)

Description

  • About the book

    Der kritische Verstand der Autorin zeigt sich durch den Blick der Mittelschicht, die in einem von außen scheinbar friedlichen Alltag das lauernde Unbehagen, die Unruhe und das einsame Innenleben des modernen Menschen betrachtet. Eine einzigartige Vorstellungskraft, akribische Gliederung und ein abgebrühter Schreibstil stützen diesen kritischen Verstand und geben den Romanen von PYUN HYE YOUNG ihre deutliche Farbe.

    Die Hauptgeschichte „Flirt am Abend“ beginnt damit, dass Kim, der einen Blumenladen betreibt, einen Anruf von einem Freund bekommt, den er seit zehn Jahren nicht mehr kontaktiert hat und der ihm erzählt, dass ein Bekannter von ihm gestorben sei. Kim, der sich zwischen Zögern, Schuldgefühl und Pflichtgefühl gefangen sieht, lädt einen Trauerkranz aus Blumen auf seinen Laster und fährt 400 Kilometer weit aufs Land, um an der Beerdigung teilzunehmen. An der Trauerhalle angekommen, zögert er jedoch, den Toten zu sehen und betritt den Raum am Ende doch nicht. Es folgt eine Episode, in der er ein unangenehmes Telefongespräch mit seiner Freundin führt. Vor lauter Verlegenheit verlässt er die Trauerhalle wieder und fährt schweratmend wie ein Marathonläufer über die Landstraße. Im dichten Nebel kippt sein Laster um, und innerhalb weniger Sekunden ist er umgeben von roten Flammen. Inmitten der Flammen passt Kim seine Atemzüge denen seiner Freundin an und gesteht ihr seine Liebe. Was seinem Gegenüber die Kraft gibt, weiter mit ihm zu sprechen, mag die Tatsache sein, dass er alleine auf der Landstraße in der Dunkelheit steht und das Einzige, das die Nacht erhellt, die Leuchtreklame der Trauerhalle und der brennende Laster sind.

    Außer dieser Geschichte gibt es noch sieben weitere Geschichten. Sie handeln von einem Wanderweg, der ungemein vertraut erscheint, aber in einer erschreckenden Stille und Dunkelheit endet („Spaziergang“), von einem Mitarbeiter in einer Bibliothek und dessen monoton genormtem Alltag („Das gleiche Mittagessen“), von einer Fabrikanlage, in der seit Jahrzehnten scheinbar fehlerlos Dosen versiegelt werden und die weiterläuft, obwohl dort Menschen verschwinden („Die Dosenfabrik“), von einem Hasen, den jemand ausgesetzt hat („Das Grab des Hasen“) von einem Firmenmitarbeiter, der nach getaner Arbeit seinen Weg verliert und im System in Vergessenheit gerät (Jungle Gym), von einem Mann, der es wagt, aus seinem Alltag auszubrechen, mitten auf der Autobahn seinen Weg verliert und in Angst und Schrecken gerät („Das Zimmer mit dem cremefarbenen Sofa“) und von einem Bus, der immer mit der gleichen Geschwindigkeit ziellos auf einer nie endenden Autobahn fährt und in dem ein in einem Sack gefangener Mann transportiert wird („Wollen Sie mit dem Reisebus fahren?“) handeln und die das fade, trockene Leben und die Ängste des modernen Menschen beschreiben.

    In diesem Sammelband behandelt die Autorin Ungewissheit und Einsamkeit des modernen urbanen Menschen, indem sie dessen ruhigen und angenehmen Alltag in eine finstere Welt und endlosen Schrecken stürzt. Die Charaktere in ihren Geschichten halten stets ihre Gefühle im Zaum und sind eher schweigsam, doch gibt es dann immer plötzlich einen Moment, in dem sie der Verzweiflung und der Katastrophe ins Auge blicken müssen. PYUN HYE YOUNGs Geschichten schauen dem Alltag des Lebens ins Auge, der weitergeht trotz aller Ungewissheit, trotz aller Unglücke, die uns ohne Vorwarnung heimsuchen und trotz der Verzweiflung, aus der man nicht mehr herauskommt. Auf diese Weise rüttelt PYUN HYE YOUNG an unserem schematisierten Wahrnehmungssystem und lädt den Leser ein auf eine Zeitreise, die erfüllt ist von Rätselhaftigkeit und gruseliger Alltagssurrealität. Sie lässt uns, die wir in einem modernisierten und automatisierten urbanen Alltag die Abwesenheit von Vertrautheit und  von Gesprächen erleben, zurückblicken. Sie zeigt uns durch ihre Romane, dass wir uns zu sehr an unseren Alltag gewöhnt haben, ohne ihn in Frage zu stellen. Sie beschreibt in trockenem, präzisem Schreibstil die heutige Gesellschaft, die sich weigert, aus dem festgefahrenen System der Maschinenzivilisation und der Modernisierung auszubrechen, als „Hölle der Gleichheit“. Wir sind zu sehr von der Kraft des Kapitalismus umgeben, um unsere Zivilisation kritisch zu erfahren. PYUN HYE YOUNG beklagt mit ihrem Buch „Flirt am Abend“, dass die städtische Zivilisation die Menschheit durch die von uns erschaffenen Sanitätseinrichtungen, den Komfort der Moderne  und das Vergnügen, das der Fantasie überlegen ist, in eine Welt der „Unemotionalität“, der „Unzivilisierung“ und des neuen „Barbarentums“ führt.

     

    About the author

    PYUN HYE YOUNG wurde 1972 in Seoul geboren. Nachdem ihre Kurzgeschichte „Den Tau abklopfen“ bei einem Wettbewerb ausgewählt wurde, veröffentlichte sie 2005 ihre erste Kurzgeschichtensammlung „Aoi Garden“, gekennzeichnet durch  furchtbare,grässliche Hardcore-Bilder und überschäumende Vorstellungkraft, und erfährt seitdem zunehmend Beachtung. Mit ihrem trockenen, abgebrühten Schreibstil und ihrer subversiven Vorstellungskraft zeichnet sie das dystopische Bild ihrer Generation. In ihrem zweiten Kurzgeschichtenband „Richtung Gehege“ (2007) beschreibt sie Menschen, die durch ein merkwürdiges Geräusch aus dem Sumpf eines Weihers in Trennung und Zerstörung enden. Auch ihr Roman „Asche und Rot“ (2010), in dem es um die dunkle Welt und das einsame Innenleben der Menschen geht, und der Roman „Zum westlichen Wald“ (2012), der das Innenleben des Menschen, extreme innere Widersprüche, Schizophrenie, plötzliche Wut und wiederholte Selbstzweifel inmitten der Einsamkeit eines großen, dichten Waldes beschreibt, fanden Beachtung. Pyun gewinnt die Zuneigung der Leser und der Literaturkritiker und nimmt heute einen wichtigen Platz im Zentrum der koreanischen Literaturwelt ein.

     

    Media Response/Awards Received

    Ein Kommentar des Literatur-Nobelpreisträgers Le Clézio zu der Kurzgeschichtensammlung „Die Serenade eines Taxifahrers“ („Nocturne d´un chauffeur de taxi“), in der die Kurzgeschichte „Die Dosenfabrik“ von PYUN HYE YOUNG enthalten ist und die beim französischen Philippe Rey Verlag veröffentlich wurde:

    „Sollten Sie dieses Buch übereilt lesen, werden sie von dem brutalen und bizarren Talent, der Ernsthaftigkeit und dem Humor, den man in diesen Geschichten nicht erwartet, überrascht sein. Diese jungen Autoren appellieren an ihre gleichaltrigen Mitmenschen, ihre Nachbarn und damit auch an uns Franzosen. […] Jedoch sind die Geschichten durch den besonderen Selbstspott der Koreaner immer voller Vorstellungskraft und Suggestion. Diese koreanischen Romane verändern die modernen französischen Autoren, die übermäßig dem Narzissmus verfallen sind. Koreanische Romane läutern uns von den Schwierigkeiten unseres Alltags und sind das Gegengift, welches das Klima der lautlosen Rezession in unserer Generation wieder heilen kann.“

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